Bürgerverein Stephansberg | Besichtigung Hutmanufactur Schneider
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Besichtigung Hutmanufactur Schneider

Wieder einmal wurde uns durch eine Besichtigung ein seltener Beruf näher gebracht.

Im Herzen Bambergs gegenüber der Martinskirche befindet sich die Hutmanufaktur Schneider. Die Inhaberin Frau Schneider-Koch empfing uns im Erdgeschoss ihres Ladens. Schon nach den ersten Schritten waren wir überwältigt von der Fülle der Modelle, deren Formen und Farben. Über eine schmale Wendeltreppe gelangte man in den ersten Stock, wo sich das Herzstück, die Werkstatt, angefüllt mit Hutrohlingen aus Filz, Stroh u.a. Materialien, befindet. Unzählige kleine Schubläden und Regale bergen wahre Schätze an Putz- und Dekorationselementen. Wie aus einer anderen Zeit erschienen uns die alten Nähmaschinen, die laut der Inhaberin seit Jahrzehnten tadellos ihren Dienst verrichten. Frau Schneider-Koch hat ihre Ausbildung 1998 bei Frau Wagner, der Vorbesitzerin, begonnen, 2009 ihre Meisterprüfung abgelegt und 2013 das Geschäft neu eröffnet. Dieses schmückende Handwerk ist wie nahezu alle Handwerksbetriebe stark darauf angewiesen, Nachwuchs auszubilden, um das immaterielle Erbe zu bewahren, erzählte die Modistin und stellte uns ihre beiden Auszubildenden vor. Die jungen Frauen sind mit Begeisterung dabei. Wenn es um das Tragen von Hüten geht, denken viele an einen besonderen Anlass wie Hochzeit oder gar an Fasching. Dabei wird es laut Frau Schneider-Koch in Zeiten des Klimawandels für alle immer relevanter werden, sich auch im Alltag gegen Hitze und Sonneneinstrahlung zu schützen. Schon jetzt werden breite Strohhüte sehr häufig im Geschäft angefragt. „Ein guter Hut sollte kaum spürbar sein, perfekt am Kopf anliegen ohne diesen einzuengen“, weiter fügte die Modistin hinzu „ich sollte ihn blind aufsetzen können und wissen, ich sehe gut damit aus!“ Der Großteil ihrer Kunden seien Touristen. Diese kaufen ihr Modell direkt im Laden oder lassen den Hut auf Maß anfertigen und nachschicken. Die Qualität der Hüte aus der Manufaktur lässt sich mit einem hohen Maß an Handarbeit begründen. Sie können angepasst und nach modischen Kriterien immer wieder verändert werden. Ideen für neue Kreationen holt sich die Meisterin zweimal im Jahr auf der Messe in Paris.

 

Wir danken Frau Schneider-Koch für ihre Zeit und den sehr informativen Einblick in das Handwerk des Hutmachens.

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